Infos zur Substitutionsbehandlung

Laut Suchtgiftverordnung
§ 23a. (1) Substitutionsbehandlung im Sinne dieser Verordnung ist die ärztliche Behandlung von opioidabhängigen Personen mit oral zu verabreichenden opioidhaltigen Arzneimitteln als Ersatz für missbräuchlich zugeführte Opioide mit dem Ziel,

  1. das Risikoverhalten des Abhängigen zu reduzieren und sein Leben in gesundheitlicher und sozialer Hinsicht zu stabilisieren und zu bessern,
  2. die Abstinenz von Suchtmitteln schrittweise wiederherzustellen,
  3. die Behandlung einer neben der Opioidabhängigkeit bestehenden schweren Erkrankung zu unterstützen oder
  4. die Risiken einer Opioidabhängigkeit während einer Schwangerschaft oder unmittelbar nach der Geburt zu verringern. Bundesrecht konsolidiert

(2) Die Substitutionsbehandlung kann als Überbrückungs-, Reduktions- oder Erhaltungstherapie zum Einsatz kommen. (…)“

vergl.: http://www.ris.bka.gv.at/GeltendeFassung.wxe?Abfrage=Bundesnormen&Gesetzesnummer=10011053

Welche Arten von Substitutionstherapie gibt es?
Überbrückungstherapie:
Die PatientInnen streben eine stationäre Entwöhnungsbehandlung an und lassen sich bis zum Antritt des Entzuges und der darauf folgenden Entwöhnung substituieren. In dieser Zeitspanne sollte der Therapieplatz und die Kostenübernahme geklärt werden. Dauer: bis zu 6 Monaten;

Reduktionstherapie:
Die PatientInnen können die Zeit der Substitutionsbehandlung für eine gesundheitliche Stabilisierung und eine soziale und berufliche Reintegration nützen. Es besteht die Möglichkeit sich vom illegalen Drogenmarkt zu lösen, sich gesundheitlich zu erholen und den Anforderungen des Lebens zu widmen, sowie ein geregeltes Leben mit Tagesstruktur zu beginnen. Dauer: bis zu 5 Jahren;

Erhaltungstherapie (Dauersubstitution):
Durch die dauerhafte Substitution wird ein menschenwürdiges Leben ohne gesundheitliche, soziale oder strafrechtliche Risiken ermöglicht. Trotz aller Bemühungen ist es einer bestimmten Anzahl von Substituierten nicht möglich, opiatfrei zu leben. Mitunter sind mehrere stationäre Behandlungen ohne Erfolg geblieben. Es geht hier nicht nur um Personen, bei denen soziale und berufliche Rehabilitation scheitert, sondern auch um Menschen, die in Substitution ihre Lebenssituation verbessern konnten, aber dennoch den gänzlichen Ausstieg nicht schafften. Dauer: ohne Begrenzung;

Siehe auch „Checkliste Substitution“  unter http://www.substituieren.at/